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Neue Bilder in Farbkompositionen + Strukturbilder: KLOM

Über meine Malerei

Gerade in den 70ziger Jahren präsentierte sich eine ausgesprochene Fülle von Richtungen und Stilen in allen Kunstsparten, was wohl jedem bekannt sein mag. So wurde von uns als Studenten alles wie ein Schwamm aufgesaugt, was an neuen Trends und Richtungen auftauchte. Es hat uns allen wohl mehr Vergnügen bereitet über Kunst zu diskutieren, als Bilder zu malen.

Oft wurde der Sinn des Tafelbildes als solches grundsätzlich in Frage gestellt, da sich viele bildende Künstler immer mehr in den Raum hinein bewegten oder neue Medien wie z.B. Video als Werkzeug für ihre Arbeit entdeckten. Dies führte dazu, dass ich einige „Prügel“ bezog, weil ich mich stur der Malerei verschrieb. Allerdings war da noch die etwas unglückliche Liebe zur Musik die immer eine gewisse Rolle in meinem Leben spielte.

In den ersten Jahren wurden meine Gemälde von Surrealismus und esoterischer Kunst beeinflußt. Später suchte ich nach neuen Wegen und entwickelte experimentelle Strukturbilder, in denen ich Lacke und Sand als neue Materialien für meine Arbeiten entdeckte. Auch war der Angang weniger eine feste Bildidee, sondern eine durch Schichtung und Übermalung entstehende Farbstruktur. Die daraus resultierende Erfahrung im Umgang mit Farben und das Weitertreiben durch Übermalungen waren damals für mich wichtiger als das „fertige“ Bild. Ich habe manchmal 2 Jahre an Bildern gearbeitet und immer wieder neue bildnerische Räume aufgebrochen (z.B. „Wie die Sterne entstanden“). Für einen Laien schwer nachzuvollziehen, da letztlich nichts zu sehen ist. Aber für mich war dieser Prozess des „immer weitergehens“ eine ungeheure Erfahrung. Hier wurden Dinge sichtbar und Assoziationen frei, die mir niemals eingefallen wären.

Ende der 70er Jahre entwickelten sich die „Streifenbilder“. Hier setzen sich einzelne Striche zu Farbstreifen und diese wiederum zu einer Gesamtstruktur zusammen, deren farbliche Bestimmung einen „Farbklang“ erzeugt. Eine Struktur, die auch in der naturwissenschaftlichen Genforschung entdeckt und abgebildet wurde, was mich sehr erstaunte. Eine Abstrakte, die andererseits einem organischen Naturelement ähnelt. Ein Siebdruck von 1980 belegt dies sehr deutlich. Diese Struktur besticht durch ihre Einfachheit und Universalität in der Variation. Es entsteht ein ganzer Zyklus zu dem Thema. Die „Streifenbilder“ beinhalten Gedanken wie Verschmelzen — Verbinden — Filtern — Aggregatzustände — Lichtsituationen. Der Streifen kann eine Kette, sowie eine Welle sein.

Viele dieser Bilder haben eine suggestiv – beruhigende Wirkung auf den Betrachter und erreichen durch eine gewisse Neutralität im Bildnerischen die tieferen mentalen Ebenen.

Die, bis ca.1984 andauernde „Streifen“- Periode entwickelte sich weiter zu räumlich bezogenen Bildern in denen noch die Streifenstruktur zu erkennen ist, aber Gegenstände mit eingebunden werden. Gefundene Dinge wie z.B. “Der Bachstein“ oder Dinge die an einen herangetragen werden und seltsam in die Gedankenwelt passen, als wären sie bestellt.

So geschehen bei dem Gemälde „Gestern gegen Morgen“. Eine Bekannte gab mir das Foto dieses Steins aus Ägypten und sofort schloß sich eine Identifikation zu meinen "Streifen" und es entstand die Bildidee.

Reisen, u.a. in die USA, die Karibik, Island, Chile sowie Argentinien wurden zum Anlaß mich wieder intensiver der Landschaftsmalerei zu widmen. Die Möglichkeit der Malerei, realistischen Eindruck und gefühlsmäßige Auffassung zu kombinieren, war meine Bestrebung diese Bilder zu schaffen. Es entstanden Gemälde die eine eigenartige Mischung aus typischer Landschaftsdarstellung und freier malerischer Handschrift vereinen. Hier liest sich wohl auch das zwischen den Zeilen, was die Malerei noch immer rechtfertigt.

Die Werke der 90ziger unterscheiden sich im Wesentlichen von den vorangegangenen Perioden betreffend meiner Farbbehandlung. Ich behandle die Farbe dichter und der Spachtel wird zum Erzeugen neuer Strukturen verwendet. Die Bilder wirken stofflicher und erinnern doch teilweise an die Impressionisten oder Pointilisten. Aber es ist eine andere Zeit und Landschaft bedeutet zunehmend nicht mehr einfangen von Eindrücken wie Licht und Stimmung, sondern eher Erinnern an alte Gewichtungen, um zu Erhalten oder vor Zerstörung zu bewahren. Das Grundsätzliche überhaupt wieder zu sehen und neue Verhältnisse zu finden. Rückbesinnung nennt man das und die Gesellschaft (zumindest Teile von ihr) befindet sich parallel im selben Fahrwasser. Ich bin kein Pessimist und sehe viele Dinge die durchaus Hoffnung ausstrahlen – aber manchmal verstehe ich die Welt überhaupt nicht! Auch meine eigenen Bilder nicht, weil vieles erst die Zeit erklärt und nicht erfassbar ist ohne Abstand. So bleibt immer was geheimnisvolles an der Malerei – etwas was manchmal mit einfliesst, ohne dass der Maler es merkt.

Ohne diese Dinge wäre die Welt zu berechenbar –auch das schafft Hoffnung! Berechenbar ist eben nicht alles und da ändert auch die hochgelobte Informationsgesellschaft nichts. Denn Information ist nur dann wertvoll, wenn sie wahr ist und die Wahrheit ist schwer zu finden, am ehesten noch in der Kunst, weil ein Herz nicht lügen kann. Und weil Kunst, mag sie auch noch so ausgeflippt und verrückt sein, immer mit dem Herzen des Künstlers zu tun hat. Ansonsten kann sie nicht überzeugen!

Also male ich Zeichen und Striche, Stimmungen und Strömungen, Impulse und Gefühle als Beweis meiner Existenz und ich freue mich über Menschen, die was davon mitnehmen können in ihre Geschichte, in ihre Existenz. Wenn daraus auch nur ein guter Gedanke entspringt, hat sich der Weg gelohnt. Malerei ist auf jeden Fall ein Medium das viel Freude bereiten kann.- Und sie hat noch einen Vorteil der auch in zukünftiger Zeit von größtem Wert ist.

Sie hinterläßt Meilensteine zur Orientierung für folgende Generationen.

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